Neues Jahr, neue Ideen
Das neue Jahr steht ganz im Zeichen von Veränderungen – wie sollte es auch anders sein. Mit dem Podcast hat alles begonnen und jetzt sitze ich seit einiger Zeit am PC und erstelle eine Homepage, um mein Angebot zu erweitern und zu präsentieren. Tatsächlich möchte ich ein Kleinunternehmen gründen. Ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, ist es aber nicht. Ich muss unterschiedliche Anträge stellen, mögliche Probleme berücksichtigen und mich dagegen rechtlich absichern. Je mehr mir dieses Ausmaß meiner noch anfänglich so simplen Idee bewusst wird, umso häufiger stelle ich mir die Frage, ob ich das wirklich will. Soviel spricht dagegen, denn es ist alles so kompliziert.
Ich bin Teil eines Systems, ein kleines Rädchen im System Bildung. Das Bildungssystem ist so aufgebaut, dass ich als Beamter eigentlich immer so ziemlich auf der sicheren Seite bin. Das war ein wichtiger Grund für mich, damals bei der Entscheidung Lehrer zu werden. Ich liebe Sicherheit. Das Bildungssystem hat aber auch seine Begrenzungen, und ich liebe auch die Freiheit. Und ich habe eben eine Idee von Schule, die im Grundsatz auch der Idee des Systems entspricht, aber eben auch mehr ist.
Und wie einfach es wäre, jetzt meine Idee einfach in die Tonne zu treten. Dann wäre ich auf einen Schlag alle Bedenken los. Aber ist nicht das genau ein Punkt, der mir in der Schule heute fehlt: den Kindern und Jugendlichen beizubringen, an sich und ihre Ideen zu glauben und sie beharrlich zu verfolgen? Was wäre ich für ein Lehrer – … also nein! Nein zum Hinschmeißen. Lieber erinnere ich mich an meine Ausbildung zum Theaterpädagogen und eine der Grundregeln aus dem Improvisationstheater von Keith Johnstone: Habe Mut zum Scheitern! Habe ich also Mut zum Scheitern, denn es ist doch vollkommen normal, das Scheitern. Und deshalb probiere ich es jetzt einfach aus, und wenn es nicht klappt mit meiner Idee, dann habe ich es wenigstens probiert.
